Ein Tiefschlag für Präsident Obama. Die USA wollen in Afghanistan 17.000 weitere Soldaten stationieren. Der Luftwaffenstützpunkt Manas in Kirgisistan ist dafür zentrale Drehscheibe und Nachschubstation.
Jetzt hat Kirgisistan die Schließung angeordnet - ein halbes Jahr bleibt den USA, den Stützpunkt zu räumen und sich eine Alternative zu suchen. Grund dafür sind Zusagen Russlands über Kredite und Investitionen in Höhe von 1,5 Mrd. € oder auch 50% des kirgisischen BIPs, die mindestens indirekt politisch von der Schließung dieses Stützpunktes abhängig gemacht wurde.
Während Putin sich über diese Verdrängung der USA aus russischem Einflussgebiet freuen wird, schafft der Beschluss Probleme für die USA und damit auch die NATO. Der Iran als westlicher Nachbar fällt als Nachschubstation aus, die Route aus Pakistan ist unsicher.
Bleiben noch Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan als Alternativen, sofern die politisch gewillt sind und die Infrastruktur für einen solchen Stützpunkt besitzen.
Welchen Einfluss hat die Entscheidung auf den Afghanistan-Einsatz?
Und wie geht es weiter zwischen einem Russland das freundlich redet und feindselig handelt und den westlichen Staaten?
Lexx schrieb am 19.02.2009 12:58
Und wie geht es weiter zwischen einem Russland das freundlich redet und feindselig handelt und den westlichen Staaten?
Naja, wie es in den Wald hineinschallt...
Andrerseits: Russland kann kein Interesse daran haben, dass in Afghanistan wieder militante Islamisten Fuß fassen.
Nun gibt es allerdings berechtigte Zweifel daran, dass die USA in Afghanistan tatsächlich das Ziel verfolgen, den Einfluß der Taliban zurückzudrängen und ein halbwegs stabiles, demokratisches System zu installieren.
---
„Befürchten muß man von den USA das Schlimmste. Sie sind die destruktivste Macht der Welt, durch ihren Rohstoff- und Energieverbrauch für die Biosphäre tödlich, durch ihre militärische Stärke, bei Abwesenheit einer ernstzunehmenden politischen Arbeiterbewegung, zugleich eine ständige Gefahr für den Weltfrieden. Wahrscheinlich werden Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika gemeinsam, Schritt für Schritt, diesen Pestherd isolieren müssen.” --Wolfgang Harich