Eine dunkle Straße in einem Außenbezirk von Rom: Hier wird vor wenigen Tagen eine 47-jährige Italienerin so brutal überfallen, dass sie am Donnerstagabend in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erliegt. Blutüberströmt, halbnackt und völlig entstellt wird die Frau in einem Straßengraben gefunden. Als dringend tatverdächtig gilt ein junger rumänischer Staatsbürger, der nur einen Steinwurf vom Tatort entfernt in einer Barackensiedlung von Sinti und Roma lebt. Ganz Italien ist geschockt.
«Horror in Rom», titeln die Medien. Nun hat die italienische Regierung die Konsequenzen gezogen: Sie verabschiedete als Sofortmaßnahme ein Gesetzesdekret, wonach als gefährlich eingestufte EU-Bürger umgehend aus dem Land ausgewiesen werden.
Der Bluttat im Bezirk «Tor di Quinto» sind bereits eine Reihe weiterer Überfälle vorausgegangen, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen sorgten: Mitte August wurde ein 57-jähriger Radfahrer in Rom von zwei Rumänen angegriffen und ausgeraubt. Er starb nach 49 Tagen Todeskampf im Krankenhaus. Wenig später traf es den italienischen Regisseur Giuseppe Tornatore («Cinema Paradiso»): Zwei Rumänen raubten ihm im eleganten Stadtteil Aventin Portemonnaie, Uhr und Handy. Der Filmemacher (51) erlitt bei dem Überfall eine Gehirnerschütterung.
«Bevor Rumänien der EU beigetreten ist, war Rom die sicherste Stadt der Welt», erklärte Bürgermeister Walter Veltroni. «Seit einigen Monaten haben wir es aber mit Gewaltausbrüchen zu tun, die zeigen, dass sich das Klima geändert hat.» Schätzungsweise rund 550 000 Rumänen leben derzeit in Italien, viele von ihnen gehören der Volksgruppe der Sinti und Roma an.
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„Befürchten muß man von den USA das Schlimmste. Sie sind die destruktivste Macht der Welt, durch ihren Rohstoff- und Energieverbrauch für die Biosphäre tödlich, durch ihre militärische Stärke, bei Abwesenheit einer ernstzunehmenden politischen Arbeiterbewegung, zugleich eine ständige Gefahr für den Weltfrieden. Wahrscheinlich werden Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika gemeinsam, Schritt für Schritt, diesen Pestherd isolieren müssen.” --Wolfgang Harich