"Das Kosovo sei zudem kein Präzedenzfall, sondern eine Sonderentwicklung und eine Folge des Zerfalls Jugoslawiens", Wendungen wie diese kann man in letzter Zeit oft lesen, vor allem von Gegnern der Autonomiebestrebung. Mittlerweile haben ja eine ganze Reihe von Staaten den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt, andere scheuen sich noch. Grund für letztere dürften aber im überwiegendem Masse interne Interessen sein. Wenn sich aber die erste Angst darüber gelegt hat, dass das Kosovo Vorbild für weitere Autonomien sein könnte, werden auch diese nachziehen, genauso wie die Serben ihre diplomatischen Beziehungen nach einer gewissen Frustspanne normalisieren werden.
So what.
Das Kosovo ist längst nicht der erste Staat, der sich aus einem früheren Gebilde lösst und unabhängig wird, die Esten, Letten oder Kroaten haben das vorgemacht. Und sie werden nicht die letzten sein. Belgien steht auf der Kippe, Schottland ist davor und niemand vermag heute sagen, ob Katalanien eine eigene Fussballmeisterschaft haben wird mit dem FC Barcelona als ewigen Seriensieger oder ob sich die Katalanen wieder von Real aus Madrid die Butter vom Brot nehmen lassen müssen.
Staatsgrenzen werden gerade im EU Gebiet immer weniger wichtig. Weit relevanter scheint mir die Steuerhoheit zu sein und die wirtschaftliche Situation. Nationalstolz ist was von gestern.
DP schrieb am 21.02.2008 17:21
Nationalstolz ist was von gestern.
Dem ist ja ganz offensichtlich nicht so.
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„Befürchten muß man von den USA das Schlimmste. Sie sind die destruktivste Macht der Welt, durch ihren Rohstoff- und Energieverbrauch für die Biosphäre tödlich, durch ihre militärische Stärke, bei Abwesenheit einer ernstzunehmenden politischen Arbeiterbewegung, zugleich eine ständige Gefahr für den Weltfrieden. Wahrscheinlich werden Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika gemeinsam, Schritt für Schritt, diesen Pestherd isolieren müssen.” --Wolfgang Harich